25.03.2017: GHV I – Schwaaner SV 25:20

Güstrower bezwingen den Schwaaner SV im Derby

Spielertrainer Oliver Mayer im GHV-Tor und der elffache Torschütze Tim Dethloff überragten beim 25:20 (13:9)-Erfolg der Gastgeber

„Wir sind hergekommen, um zu gewinnen.“ – Schwaans Trainer Detlef Lankowski strahlte Optimismus aus vor Anpfiff des Derbys am Samstag, 17 Uhr, in der Sporthalle Kessiner Straße. „Wir haben eine volle Bank, sind bis auf den am Ellbogen operierten Felix Elsner komplett“, begründete er seine Zuversicht, die auch durch unerwartete Erfolge jüngst über Stralsunds Zweite und Stavenhagen genährt wurde. „Eine Klatsche wie im Hinspiel (25:14 für Güstrow!) wird es nicht wieder geben. Wir wollen nach Pluspunkten heute zu den Güstrowern aufschließen“, gab der SV-Trainer das Tagesziel aus.

GHV-Spielertrainer Oliver Mayer glaubte gleichfalls nicht an eine Wiederholung der „Demonstration der Stärke“ wie im Hinspiel. „Da hat bei uns einfach alles gepasst. Und heute fehlen uns ein paar wichtige Spieler. Wenn wir mit einem Tor Vorsprung gewinnen, wäre ich zufrieden“, äußerte er sich vorsichtig. Ohne Michael Köhler, ohne Marcel Tiedemann und ohne die Kahl-Brüder liefen nur acht Feldspieler aufs Parkett – vier weniger als bei den Gästen…

Bis zur 8. Minute legte der GHV dreimal vor, die Gäste glichen stets postwendend aus, ehe die Gastgeber auf Touren kamen. Der glänzend aufgelegte Tim Dethloff mit einem Fernwurf und zweimal Tom Golatowski mit blitzsauberen Kontern sorgten für ein 6:3, das fünf Minuten lang Bestand hatte, ehe Paul Golatowski trotz eines an seinem Hals hängenden Gegenspielers erstmals vier Tore Vorsprung für die Güstrower herauswarf (7:3/15.). Nach 19 Minuten – wieder war Tim Dethloff in den 2, Stock gestiegen – lagen die Hausherren sogar mit fünf Treffern vorn (9:4). Tommy Jung, Sascha Stolze (mit wohltemperierten Hebern von der linken Außenposition) und Marcel Friese hielten auf Schwaaner Seite dagegen. So war die Partie trotz eines 13:9-Halbzeitvorsprungs für den GHV noch keineswegs entschieden. Zwar gelang Tom Golatowski kurz nach der Pause das 14:9 für den GHV, doch die Schwaaner ließen sich davon nicht beeindrucken. In der Abwehr spielten sie nun noch bissiger, griffen beherzt zu. „Man merkt, dass das hier ein Derby ist. Es ging ganz schön zur Sache“, kommentierte Schiedsrichter Carsten Borchert aus Eggesin, der mit seinem Kompagnon Dieter Hamann aus Neustrelitz die Partie aber jederzeit im Griff hatte. Dass die Verteilung der Zeitstrafen mit 2:7 deutlich zuungunsten der Gäste ausfiel, ließ diese etwas mit den Männern in Schwarz hadern, war aber auch einigen Undiszipliniertheiten der SV-Männer in der Schlussphase geschuldet, als die Partie für sie schon verloren war.
Zuvor jedoch hatten sie noch einmal Spannung in das Derby gebracht. Die Manndeckung gegen Paul Golatowski (durch Arne König) gleich nach der Pause verunsicherte die Güstrower etwas. Und da nun auch Tim Dethloff nicht mehr mit jedem Wurf wie vor der Pause traf, wurde es allmählich immer enger: 14:11/33., 15:13/35. Während die Schwaaner nun vor allem über die Flügel mehr Druck entfalteten, endlich auch ein paar gute Konter liefen, während auf der anderen Seite die eine oder andere Chance leichtfertig vertan wurde, schien die Partie noch einmal zu kippen. Nach Tempogegenstöße von Philipp Bender, Marcel Frank und Sascha Stolze kamen die Schwaaner zweimal bis auf ein Tor heran (16:17 u 17:18). Die Gäste riskierten viel, spielten in Unterzahl ohne Keeper (Tim Dethloff traf beim Weitwurf Richtung leeres Tor nur den Pfosten!), wurden aber nicht mit dem durchaus möglichen Ausgleich belohnt. Während Stolze in der 45. Minuten einen Siebenmeter über die Latte jagte, verwandelte auf der anderen Seite Dethloff kurz davor und kurz danach zweimal konzentriert und variantenreich vom Punkt.

Besonders erwähnenswert, wie in dieser spielentscheidenden Phase auch die jungen Güstrower Spieler den Kopf oben behielten. Dorian Froriep, in der 1. Halbzeit noch mit wenig Selbstvertrauen unterwegs, war (wie Tim Dethloff) nun sogar vom Kreis erfolgreich. Und Moritz Langer traute sich einen coolen Heber von der rechten Außenseite zu. Auf der anderen Seite parierte Mayer mehr Würfe als seine beiden Gegenüber. Der GHV zog auf 23:18 (52.) davon. Obwohl Schwaan noch eine Auszeit nahm, Stolze und Friese auf 20:23 verkürzen konnten – das Spiel war entschieden. In der Schlussphase trafen für die Güstrower noch „Oldie“ Peter Ritzrau (40!) und Froriep – beide vom Kreis!

13:9 zur Pause, 25:20 am Ende – diese Zahlen täuschen etwas darüber hinweg, wie „eng“ und umkämpft dieses Derby doch war. Während Schwaans Trainer Lankowski seinen Männern kämpferisch keinerlei Vorwürfe machen wollte, haderte er etwas mit der Wurfeffektivität seiner Männer. Güstrows Torwart und Trainer Oliver Mayer zollte vor allem seinen jungen Mitspielern Lob für deren Einsatz, für konzentrierte und laufstarke Abwehrarbeit, aber auch für Kaltschnäuzigkeit in wichtigen Phasen beim Abschluss. Mit Moritz Langer, Tom Golatowski und Dominic Frahm standen drei Siebzehnjährige (!) im GHV-Aufgebot!

GHV: Oliver Mayee, Max Godow, Dorian Froriep (2), Felix Meyer, Paul Golatowski (4), Tom Golatowski (3), Dominic Frahm, Tim Dethloff (11), Moritz Langer (4), Peter Ritzrau (1)

Text: Hans-Albrecht Kühne (SVZ)

 
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