06.11.2011: Güstrower HV III – SV Aufbau Sternberg 23:25

„Sag`zum Abschied leise Servus…“

Der 06. November – was für ein Tag! Im Jahre 355 wird der künftige Kaiser Julian zum Caesar ernannt, Heinrich der VI. wird als Achtjähriger 1429 zum König ernannt, Lincoln gewinnt 1860 die US-Präsidentschaftswahlen und wird 16. Präsident der vereinigten Staaten, 1989 erhält Hit Radio FFH in Hessen als erstes Privatradio eine Sendelizenz, 1991 wird der KGB aufgelöst. Parallelen mit dem GHV-Heimspiel, dem Ersten in dieser Saison, gegen Aufbau Sternberg sehe ich nur in dem tragischen Ereignis, das 1942 das deutsche U-Boot U68 das britische Passagierschiff City of Cairo versenkt hat. Zum Glück sind bei dem „Untergang“ des GHV keine Menschen zu Schaden gekommen, dafür wurde aber nach 41 Spielen die Ungeschlagen-Serie dramatisch beendet.

Im Nachhinein sagen viele, dass es ja irgendwann mal so kommen musste, alles hat ein Ende, sogar die Wurst! Es folgen Einzelheiten zum Drama:

Nachdem Schneiders Strafwurf in der zweiten Spielminute vom sehr gut agierenden Sternberger Torwart pariert wurde, konnten die Gäste postwendend in Führung gehen. Severin glich aus und konnte seinerseits einen Strafwurf zum 2:2 verwandeln. Dass die Sternberger aktiv und robust in der Abwehr zu Werke gehen würden, war allgemein bekannt und spiegelte sich auch in der ersten Zeitstrafe für die Sternberger bereits nach 06:10 Spielminuten wider. Darauffolgend brachte O.Schröder seinen Konter platziert im Sternberger Tor unter und Ullrich parierte einen Strafwurf der Gäste. Und doch war es Aufbau Sternberg, der sich mit zwei Toren absetzen konnte. Etwas konfus agierende Güstrower hatten zwei aufeinander folgende Zeitstrafen für Schneider und Eickhoff zur Folge. Obwohl Ullrich mit Schmerzen an der Achillessehne laborierte, verhinderte seine starke Leistung, dass die Sternberger sich weiter absetzen konnten. Im Gegenteil, die Gästebank nahm in der 13. Spielminute bereits ihre Auszeit! Tetzlaff und Schröder brachten den GHV wieder auf 6:6 heran. Weiter ging es im ständigen Wechsel, mitunter konnte man schöne Ballwechsel beobachten. Freiwurf für den GHV, Eickhoff rief zur Mauer, Severin läuft an – Tor. Auch Standards können zum Erfolg führen! Das Gleiche noch einmal, der GHV führt 11:10. Die letzten acht Minuten der ersten Halbzeit waren mehr Krampf, als Kampf, egal Pausenführung für den Gastgeber, 12:11. Noch ist nix verloren, Auf geht`s Männer! Wär doch gelacht!

Und wirklich! Den besseren Start erwischen anscheinend die Güstrower, 14:12. Dann wieder eine kurz aufeinander folgende Zeitstrafe für den Gastgeber. Sternberg schafft per Strafwurf den Ausgleich. Die GHV-Abwehr zu statisch, kommt immer einen Schritt zu spät, was Strafwürfe vom Siebenmeterpunkt zur Folge hat. Das Trainergespann Wenzel/A.Schröder hoffte mit einer Auszeit in der 45. Spielminute die Mannschaft noch auf Kurs zu bringen. 16:18, noch war alles drin! Lohse und Tetzlaff erringen den 18:18 Gleichstand. Zeitstrafe für Severin, konnte Lohse nicht nachvollziehen, Konsequenz: auch er musste für zwei Minuten auf der Bank Platz nehmen. Danach schien der GHV irgendwie völlig den Faden verloren zu haben, ein Zusammenspiel fand nicht mehr statt, Einzelaktionen führten zum Torerfolg, doch das reichte nicht. Ein kurzes Aufflackern der Hoffnung, wenigstens einen Punkt retten zu können, als Severin 108 Sekunden vor Spielende den Anschlusstreffer zu 23:24 erzielte. Genug Zeit wäre noch gewesen, aber heute fehlte dem GHV die nötige Cleverness, die zeigte Aufbau und machte eine Minute vor dem Schlusspfiff mit dem 25.Tor alles klar. „Sag` zum Abschied leise Servus…bis wir uns wiedersehn…“

GHV: Ullrich, C. Lindenau, O. Schröder (4), Ahrendt, Knütter, Lohse (5), Eickhoff (3), Schneider, Kruse, Severin (6), R. Lindenau, Tetzlaff (5)

 
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