02.07.2010 Saisonfazit 2009-2010

Von der Ehre ein Schwein zu sein

Am 02.Juli 2010, ist die Sternstunde meines Lebens. Mir wurde die überaus große Ehre zuteil, die Krönung der 3.Männermannschaft für die Saison 2009/2010 zu sein. Erwartungsvoll sehen mich alle an, wie lecker ich auf diesem Tisch drapiert wurde! Ich gebe mein Bestes Jungs, so wie ihr es in der vergangenen Saison auch getan habt!

Wie alles anfing: Geboren wurde ich am 20.September 2009 als Erstes von insgesamt zehn Ferkelchen und natürlich auch als Schönstes. Just am selbigen Tage hatte die 3.Männermannschaft des GHV ihr erstes Punktspiel in der Saison 2009/2010.

Mit flauem Gefühl in der Magengegend fuhren sie zum Verbandsligaabsteiger nach Parchim. Ziemlich unsicher dann auch ihr Spiel, doch nach einer Standpauke in der Halbzeitpause (14:11) von Trainer Berhardt Wenzel und seinem Co. Armin Schröder, lief es in Halbzeit zwei wesentlich besser für die Gäste aus Güstrow. Torwart Thomas Hintze, der in dieser Saison sportlich etwas kürzer treten wollte, stellte hier neben Stammtorwart Wilfried Mylius sein Können unter Beweis. Bereitwillig half er während der gesamten Saison aus, wenn einer der beiden etatmäßigen Torhüter W.Mylius und H. Maack verhindert war. 27:13 besiegte der GHV die Parchimer.

Keineswegs einfacher sollte die nächste Aufgabe sein. Tabellenführer SV BW Grevesmühlen kam in die Barlachstadt. Für den verletzten Maack sprang wieder Hintze ein, doch auch rechter Rückraumspieler Chistian Lohse stand nicht zur Verfügung. Ziemlich zäh und ideenlos plätscherte das Spiel vor sich hin, der GHV immer mit einem Tor in Front. Doch kurz vor der Pause zog Grevesmühlen die Zügel an und gingen mit 10:11 in Führung. Bis zum Seitenwechsel drehte der GHV zwar den Spieß wieder um (13:12), aber nun sollten die Güstrower Mannen sich schnell etwas einfallen lassen, wollten sie hier die Punkte mit nach Hause nehmen. Bei Wiederanpfiff gelang den Gästen zwar noch einmal der Ausgleich, doch Güstrow präsentierte jetzt eine aggressivere Abwehrarbeit und ein schnelles Angriffsspiel und schickte die Blau-Weißen 27:21 nach Hause.

Anfang November war ich dank der 10 l Milch, die ich täglich von meiner Mama bekam, ein stattliches rosarotes Ferkelchen und die 3.Männer des GHV hatten ihr 3.Punktspiel beim SV Matzlow-Garwitz zu bestreiten. Verdammt schwierige Aufgabe! Aber sollten sie sich ruhig ordentlich anstrengen. Täglich gegen neun Geschwisterchen um den besten Platz bei Mama zu kämpfen ist auch nicht gerade einfach. Die Gäste aus Güstrow legten los wie die Feuerwehr, gingen 2:0 in Führung, legten beim 4:3 aber erst einmal eine schöpferische Pause ein. Matzlow übernahm die Führung 4:6, 6:7…. He! Aufwachen! Der Weckruf kam rechtzeitig, 10:8 führte der GHV zum Pausenpfiff. Munter waren sie auch in der zweiten Halbzeit, konzentrierte Abwehrarbeit, schnelle Angriffe, wache Torleute mit Mylius und Maack ließen die Güstrower den 3. Sieg 30:19 ad acta legen.

Eine Woche drauf fuhr der GHV zum Schweriner SC. Hier taten sie sich immer schwer, auch dieses Mal. Die ersten fünfzehn Minuten waren ein ständiger Schlagabtausch (8:8), doch dann legte der GHV los, Halbzeitstand 17:9. Auch nach der Pause fuhr der GHV im Fünften, schaltete zwar in den letzten zehn Spielminuten zwei Gänge zurück, gewannen jedoch das Rennen souverän 33:26 und übernahmen zum ersten Mal die Tabellenführung.

Während ich faul auf frischem Stroh lag und meinen Nikolausstiefel genüsslich leerte, musste die Dritte des GHV beim TSV Goldberg antreten. Ach, welche Schmach hatte man hier in der vergangenen Saison erleiden müssen! Auch dieses Mal würde der TSV alles geben. Am Eröffnungstag der sanierten Sporthalle wollten die Goldberger sich vor dem zahlreichen Publikum beweisen. Sehr robust, aber fair gingen beide Mannschaften zu Werke. Da Lohse gesperrt war und Schneider krank, half Felix Elsner aus und Kruse nahm die ungewohnte Aufbauposition ein. Beide erfüllten ihre Aufgaben bestens, zur Halbzeit führte der GHV 16:12. Acht Minuten nach Wiederanpfiff wurde Severin auf die Tribüne geschickt, dritte Zeitstrafe, der TSV kämpfte sich heran, 26:26 kurz vor Schluss. Der GHV behielt die Nerven und die Punkte (29:27).

Mmmpf…irgendetwas liegt in der Luft. Mein Rüssel erschnüffelt ein Sturmtief. Ich würde es Daisy nennen, nach meiner kleinen Ferkelschwester, die immer wie angestochen durch die Box rennt. Gott sei Dank muss ich nicht mein gemütliches Strohbett verlassen, so wie die 3.Männermannschaft, die mutig die Reise nach Ludwigslust an diesem 09.Januar 2010 antrat. Bange machen gilt nicht! Auch wenn das Güstrower Spiel eher einer flauen Brise glich, ergatterten sie auch hier einen 30:24 Sieg. Während die Rückfahrt relativ harmlos verlief, nur vereinzelnd waren die Straßen leicht vom Schnee verweht, ließ Sturmtief Daisy nach dem geselligen Kartenabend mit den Spielerfrauen, manche nicht mehr aus Güstrow raus, so dass sie Unterschlupf bei Mannschaftskameraden suchen mussten.

Nach langer Pause endlich mal wieder ein Heimspiel. Am 17.Januar empfingen die Güstrower den ESV Hagenow. Wie immer mit einigen Schaffenspausen während des Spiels, gelang dem Gastgeber doch ein eindeutiger 30:18 Sieg.

Das nächste Heimspiel (23.Januar) gegen den derzeit Tabellenfünften SV Parchim zeigte wieder so seine Startschwierigkeiten bei den Güstrowern. Halbzeitstand 18:15, steifes Spiel beim GHV nach der Pause. Mit Beginn des schnellen Angriffspiels der Gastgeber zogen sie Tor um Tor davon. Endlich auch wieder nach langer Verletzungspause dabei: Schneider, Froriep und Brasch, die tüchtig mit zum 34:23 Sieg beitrugen.

21.Februar 2010 – heute auf der Waage gewesen, 65 kg mein stolzes Gewicht. Ach, wie gut werde ich schmecken! Jungs! Strengt euch nochmal ordentlich an, während ich hier gaaanz ruhig im Stroh liegen bleibe und mein Fleisch schön saftig zart für euch wachsen lasse. Der GHV zu Gast in Hagenow. Ehe man sich versah, brachten Tetzlaff und Elsner ihre Mannschaft mit 7:0 in Führung. In der 17.Spielminute gelang Hagenow der erste Treffer 12:1. Halbzeitstand 21:5, danach kam auch der Gastgeber endlich ins Spiel, das 39:20für den GHV endete.

Das zehnte Spiel der laufenden Saison war das Spitzenspiel. Erster gegen den Zweiten SV BW Grevesmühlen. Würden die Güstrower heute die ersten Federn lassen müssen? Zum ersten Mal ging es mit einem Rückstand (12:13) in die Pause und auch danach konnte der GHV nicht den Anschluss finden. Die Wende läutete Torwart Maack ein. Lautstark organisierte er die Deckung und trieb seine Vorderleute zum schnellen Angriffsspiel an. In einem sagenhaften Endspurt siegten die Güstrower verdient 30:27.

Am 13.März stand ein Auswärtsspiel in Spornitz gegen Matzlow-Garwitz auf dem Plan. Einige Spieler standen zwar nicht zur Verfügung, doch zusammen über 60 Jahre Spielerfahrung der Kreisspieler A.Schröder und Schlawien, sollten das wohl wett machen. Etwas schleppend das GHV-Spiel zu Beginn, doch Lohse nahm das Ruder in die Hand. Kam er nicht durch die Matzlower Abwehr, setzte er Severin glänzend in Position. Kleine Aussetzer beim GHV machten das Spiel spannender als nötig, doch auch dank der starken Torhüter Maack und Mylius besiegten die Güstrower Matzlow-Garwitz 28:25.

Dass die 13 keine Unglückszahl für die 3.Männer des GHV bedeutet, bewiesen sie mit ihrem 13.Sieg 32:15 auf heimischen Parkett gegen TSV Goldberg. Ein Nachholspiel aus der Hinrunde lies den GHV am 11:April in Laage antreten. Sehr stockend kam der GHV ins Spiel. Zwar konnten sie in Führung gehen, doch die jungen, flinken Spieler aus der Recknitzstadt ließen den GHV nicht sein schnelles Angriffsspiel aufziehen. Jetzt nahmen die gut aufgelegten Torleute Hintze und Mylius das Heft in die Hand. Mit Superparaden schickten sie sie die schnellen GHV-Konterspieler vor und sicherten so u.a. den 33:21 Sieg für die Barlachstädter.

Langsam wurde ich nun doch unruhig. Der Frühling wollte sich einfach nicht einstellen, beim Suchen nach leckeren Sachen, stieß mein Rüssel immer noch auf gefrorenen Boden. Wie sollte ich da auf mein Zielgewicht von 120 kg kommen? Und meine Mannschaft nur noch zwei Heimspiele von der Sensation entfernt! Der erste Stolperstein könnte der PSVH Ludwigslust sein. Doch der GHV fing stark an, 6:2 die Führung, ausruhen, 6:5. Aufwachen! Das tat der GHV dann auch, 16:12 zur Pause und die zweite Halbzeit dann etwas holprig aber doch erfolgreich zum 37:25.

Das letzte Heimspiel dieser Saison! SV Laage hieß der Gegner, der den Güstrowern noch den Schweineschmaus vermiesen konnte. Wehe! Vollzählig angetreten die Güstrower 3.Männermannschaft. Benno Bock, nach langer Krankheit endlich wieder dabei, und Thomas Hintze aus Berufung sonst Torwarte, nahmen heute mit Spielkleidung der Feldspieler auf der Bank Platz. Die beiden jungen Spieler Paul Golatowski und Felix Elsner, die oft während der Saison helfend eingesprungen waren, konnten heute leider regeltechnisch nicht eingesetzt werden. Elsner unterstützte als angehender Physiotherapeut moralisch von der Bank seine Mannschaft. Bei einem Durchschnittsalter knapp an die fünfzig Jahre, muss das ein oder andere Wehwehchen schon mal professionell behandelt werden. Laage mit Besetzungssorgen, nur neun Spieler kamen nach Güstrow. Sie konnten den letzten Sieg des GHV heute nicht ernstlich gefährden. Die Güstrower spielten befreit auf und boten den Zuschauern so manches Schmankerl. Zum Beispiel Hintze, der am Kreis spielend sein erstes Saisontor erzielte und auch später noch einen Strafwurf verwandeln konnte. Torwart Mylius hingegen sah zum ersten Mal in seiner Laufbahn die rote Karte. Das letzte Punktspiel, der 15. Sieg (42:23). Geschafft!

Eine tolle Mannschaft, die da über die Saison zusammengewachsen ist! Während ich mir nun noch die letzten fehlenden Kilos angefuttert habe, krönte die 3.Männermannschaft des GHV gemeinsam mit ihren Familien, die Saison mit einer viertägigen Harzreise zum zehnjährigen Bestehen der Mannschaft, die allen wunderbar gefallen hat.

Jetzt Guten Appetit Jungs und euren Familien! Lasst es euch schmecken, feiert schön – ich habe, wie ihr, alles gegeben!

 
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